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Energiepfähle

"Das ist Bauland! Alles Bauland!" Stolz zeigt der Baubeamte der Kleinstadt mit dem Finger auf "die grüne Wiese". Hier werden sie entstehen: Der neue Shoppingkomplex und die moderne Wohnhausanlage am Ortsrand. Es ist nur eine von vielen Baustellen im Umkreis. Fast flächendeckend schießen neue Gebäude wie Pilze aus dem Boden.

Baumarkt-Boom: Pfähle als Stütze

Doch nicht alle Bauplätze in der steirischen Kleinstadt sind so heiß begehrt. Oft macht der Untergrund den Bauherrn das Leben schwer. Wenn Sand, Kies und Dolomitbänke sich beispielsweise kontinuierlich im Wechsel aneinanderreihen und bereits in geringer Tiefe der Grundwasserspiegel auf ein beachtliches Niveau gestiegen ist, dann gibt es nur einen Ausweg: Den Einsatz von Beton-, Fertig-, Hohl- oder Presspfählen bis zu einer Tiefe von knapp 400m. Sie gewährleisten die nötige Statik, wenn der Baugrund aufgrund der Bodenbeschaffenheit nicht an sich tragfähig ist oder es sich um eine sehr hohe Last handelt (z.B. ein Hochhaus).

Geothermische Nutzung: Energiepfähle

Einerseits kann die Stadt also aufatmen. Jeder noch so entlegenste Winkel, jeder Quadratzentimeter in der nahezu schlechtesten Lage kann immer noch dank ausgeklügelter Bauingenieuerskunst bebaut werden. Andererseits können sich die Bauherrn freuen. Denn bei der Pfahlgründung ist auch die geothermische Nutzung des Untergrunds durch Energiepfähle immer eine Überlegung wert. Warum sollte man es nicht in Erwägung ziehen, das Gebäude energetisch mittels Erdwärme und einer Wärmepumpe zu beheizen?

Heizung und Kühlung dank dem Energiepfahl

Das seit den 70er Jahren in der Schweiz entwickelte Verfahren hat sich schließlich bewährt. Bestes Beispiel ist das Einkaufszentrum ATRIO in Villach. Energieeffizienz sowie umweltfreundliche und natürliche Ressourceneinsparung wird hier schon lange groß geschrieben. Das beweisen auch die vielen Auszeichnungen, die dem Einkaufszentrum schon verliehen wurden. Angefangen vom 2. Preis beim Energy Global Award für vorausblickende Planung und zukunftsweisende Ausführung eines herausragenden Energiesystems, über den ICSC ReSource Award Supporting Sustainable Development Preis für ressourcenschonende Bauweise und ökologisch verantwortungsbewusstes Handeln bis hin zum TRIGOS AWARD für soziale und ökologische Verantwortung.

Das Prinzip eines Energiepfahls

Doch nach welchem Prinzip funktioniert so ein Energiepfahl in der Praxis? Eine Frage, die sich jeder Bauunternehmer, der auf Gelände mit besonderen Anforderungen baut und sich mit der Materie nicht auskennt, einmal stellt. Es bedarf jedoch keines ausgewiesenen Sachverständigen, um das Prinzip zu verstehen. Im Grunde genommen ist es ganz einfach. Die Pfähle zur geothermischen Nutzung funktionieren analog zum Prinzip einer Erdwärmesonde. Eine umschaltbare Wärmepumpe entzieht den Pfählen die Wärme des in ihnen zirkulierenden Wassers und gibt diese dann an das Gebäude ab. Die Folge: Die Heizung des Gebäudes.
Wahlweise gibt sie aber auch die dem Gebäude entzogene Wärme wieder an den Energiepfahlkreislauf ab und sorgt somit für Kühlung. Im Vergleich zu einer Erdwärmesonde ist dieses System nicht nur günstiger, sondern auch effizienter. 

Pfahlgründung

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